Teil VIII: Arbeitsmaßnahmen/Tipps bei unseren Bonsais im August


 

Unsere Bonsai im August


Wir bereiten unsere Pflanzen nun schon langsam auf den Winter vor, zugleich ist jetzt die Zeit, den Neuzuwachs dieses Jahres in Form zu bringen und bei Nadelbäumen für mehr Licht im Kroneninneren und dadurch für eine gesteigerte Vitalität zu sorgen.


• Umtopfen:

Immergrüne Nadelbäume können in der dritten August-Dekade bereits umgepflanzt werden. Umgetopfte Bäume werden 2 Wochen vor praller Sonne geschützt, besonders wenn ein Wurzelschnitt durchgeführt wurde.


· Schneiden und Gestalten:

Triebschnitt an 5-nadligen Nadelbäumen:
  

Mädchenkiefern vertragen keinen Nadelschnitt!

 

Triebschnitt an 2-nadligen Nadelbäumen:
 

Kiefern können jetzt noch eingekürzt werden.
 Bei den zweinadligen Kiefern werden, wenn nicht schon im Austriebsstadium geschehen, die alten Nadeln selektiert       (4 – 5 Paare verbleiben am Zweig).

Beim Zupfen besteht die Gefahr, dass ruhende Knospen „schlafende Augen“ beschädigt oder abgerissen werden, deshalb wird eher das Entfernen mit der Schere empfohlen, dabei bleibt ein Rest von ca. 1 mm stehen.


Das wird über 4 – 5 Jahre wiederholt, danach erhält der Baum eine Erholungsphase.


Bei schwächelnden Bäumen werden überhaupt keine Nadeln entfernt.

 

Auch für den mässigen Rückschnitt bei immergrünen Nadelbäumen ist jetzt ein guter Zeitpunkt.
Bei Waldkiefern und Schwarzkiefern besteht im August noch die Möglichkeit, dieses Gehölz zurück zu schneiden. Man schneidet lange unverzweigte Triebe so weit zurück, dass noch ein paar Nadeln am Astende zurückbleiben. Natürlich dürfen an solchen Trieben die alten Nadeln nicht entfernt werden. Diese Kiefern sind sehr robust, wenn sie volle Sonne erhalten.


Wacholder und Eiben werden „ausgeputzt“, alte Nadeln und abgestorbene Triebe entfernt. 
Durch den verstärkten Lichteinfall in die Krone werden die „Rückknospung“ angeregt und das Wachstum von schwachen Zweigen im Kronen-Inneren gefördert.


Gut im Futter stehende“ Schwarzkiefern vertragen sogar einen Rückschnitt bis ins „alte Holz“.

• Sonderfall Lärchen


An Lärchen werden jetzt keine Schnittmassnahmen mehr durchgeführt.


• Trieb- und Blattschnitt an Laubbäumen


Ein Beschneiden oder Pinzieren findet nun nicht mehr statt. 
Auch für einen Blattschnitt ist es nun zu spät.


Azaleen: Triebe, die noch keine Knospen-ansätze gebildet haben, können noch auf wenige Blätter zurückgeschnitten werden, damit sie noch Blütenknospen bilden. Diese Maßnahme kann auch in Verbindung mit Gestaltungsmaßnahmen wie Rückschnitt und Auslichtung erfolgen.

 

• Gestaltende Massnahmen wie das Drahten und Spannen sind nun besonders effektiv. Die schon verholzten aber noch flexiblen Zweige können gut gedrahtet und ausgerichtet werden. Im Spätsommer gedrahtete Zweige behalten auch ihre Form und Stellung und die Gefahr, dass Zweige beim Drahten brechen, ist jetzt gering.


• Giessen 


An heissen Tagen muss weiter reichlich gegossen werden. Sobald aber die heisse Hochsommerphase zu Ende geht, werden die Wassergaben langsam reduziert.

• Düngen


Das stickstoffbetonte Giessen der Laubbäume und Beistellpflanzen wird eingestellt. Lediglich Kiefern und Wacholder können noch bis Ende September wie gewohnt weitergedüngt werden, bevor auch sie, wie unsere Laubbäume, Ende August und im September, mit einer Kalidüngung (z.B. Kali-Magnesia in 2 – 3 Gaben oder WUXAL Top K) langsam auf den Winter vorbereitet werden.

 

· Organische Dünger
 werden nicht mehr eingesetzt. Ihre Freisetzung erfolgt würde zu spät erfolgen und die Pflanzen könnten ihre Winterruhe nicht mehr einleiten.


• Krankheiten und Schädling

Pflanzenschutz
Immer noch bilden Spinnmilben und an Laubbäumen Mehltau eine Gefahr. Alle Bäume müssen kontrolliert und bei Befall behandelt werden.>
In alten Quellen wird Schnittlauch gegen Mehltau empfohlen. Ich habe versuchs-weise einen Teil meiner Eichen mit kleinen Schnittlauchpflänzchen unterpflanzt, sie sind seither tatsächlich ohne Befall.


• Totholzbearbeitung an Nadelbäumen kann jetzt sehr effektiv durchgeführt werden