Teil III: Arbeitsmaßnahmen/Tipps bei unseren Bonsais im März


 

Unsere Bonsai im März – Das Vegetationsjahr beginnt


• Umtopfen und Wurzelschnitt, Schalenwahl


Der März ist die beste Zeit, unsere Laubbäume und Lärchen umzutopfen. Aber auch Nadel-bäume können jetzt umgetopft werden, wenn das im Herbst nicht gemacht wurde. Starke Fröste sind kaum mehr zu erwarten und die Tage sind im Allgemeinen noch kühl, damit ist ein zügig einsetzendes Wurzelwachstum zu erwarten.


Substrat zerfällt mit der Zeit, es verdichtet sich und verkrustet. Das behindert den Gasaustausch („Atmung“) und führt zu Wurzel-schäden. Deshalb muss es regelmässig ausgetauscht werden.



Jungpflanzen topfen wir jährlich um, ältere Pflanzen in Abständen von 2 – 3 Jahren, je nach Art und Wuchsstärke. 
Nach dem Umtopfen müssen alle Bonsai für mindestens 2 Wochen frostfrei und vor direkter Sonne geschützt, aufgestellt werden!! Selbstverständlich werden sie zunächst auch nicht gedüngt.
 Beim Umtopfen erneuern wir bei jungen Pflanzen etwa 2/3 des alten Substrats, bei Älteren etwa 1/3. Wird eine andere Substratmischung verwendet, ist es ratsam, das Substrat komplett zu erneuern.






Besonders Kiefern, Buchen und Eichen leben in Gemeinschaft mit gesundheitsfördernden Symbiosepilzen. Um diese zu fördern, sollte beim Umtopfen ein kleiner Teil des alten Substrates wieder beigemischt werden, vorausgesetzt es ist einwandfrei.

 

Gleichzeitig mit dem Umtopfen erfolgt ein Wurzelschnitt. Zu starke Wurzeln werden stärker zurückgenommen als Schwache, insgesamt sollte der Wurzelballen hauptsächlich aus vielen feinen Wurzeln bestehen. Nur die Wurzelspitzen ernähren dem Baum. 


Nach starkem Wurzelschnitt hat es sich bewährt, den Wurzelballen auf der Unterseite mit etwas zerriebener Holzkohle zu bestreuen. Das wirkt fäulnishemmend und bindet Schadstoffe.


Das Umtopfen wird abgeschlossen durch Auflage von Moospolstern, das verhindert ein zu schnelles Austrocknen und sieht obendrein schön aus.



Gleichzeitig mit dem Wurzelschnitt wird ein Triebschnitt durchgeführt, um das Gleichgewicht von Wurzelballen und Krone erhalten.
Das Phytohormon Auxin wird in der Spitzenknospe gebildet, fliesst nach unten und regt dort das Wurzelwachstum an. Cytokinin hingegen wird in den Wurzeln gebildet, es fliesst nach oben und steuert das Trieblängenwachstum. Wurzeln und Krone stehen also in direktem Zusammenhang.



 

 

 

Beim Eintopfen wird der Baum befestigt, seine Position und Neigung werden festgelegt bzw. gegebenenfalls verändert. Ein Bonsai steht nie exakt in der Mitte der Schale.



 

Um an Jungbäumen nach der Phase der Erstgestaltung einen schnelleren Zuwachs, insbesondere des Stammumfangs zu erzielen, können diese aus Topf oder Schale wieder für ein oder mehrere Jahre zurück in ein Beet ausgepflanzt werden. 

Mit beginnendem Austrieb endet die Zeit des Umtopfens.



Die Zeit des Umtopfens ist auch eine gute Zeit für Totholzbearbeitung, vor allem für Verheiratungen (Tanuki), Waldpflanzungen (Yose-ue), die Gestaltung von Mooskugeln und Felspflanzungen


Welche Schale zu welchem Baum? 


Mit der Umtopfsaison kehrt auch die Frage nach der geeigneten Schale wieder. 
Grundsätzlich ist das Ansichtssache und eine Frage des persönlichen Geschmacks.


Es gibt aber ein paar grundsätzliche Empfehlungen:
- Runde und ovale, auch glasierte Schalen eignen sich besonders für Laubbäume
- Unglasierte, eckige Schalen eher für Nadelbäume.
- Platten, meist aus Stein, passen sehr gut zu Waldpflanzungen.
- Akzentpflanzen-Schalen sind abhänig vom Bewohner (Flachwurzler, Rübenwurzler)

Zum Ende des Winters erwachen nicht nur unsere Bonsai aus dem Winterschlaf sondern auch ihre unliebsamen Begleiter.


 

Deshalb sollte nun auch unser besonderes Augenmerk auf Anzeichen von Krankheiten und Schädlingen gerichtet werden.


 

Anfang März ist allerhöchste Zeit für eine Austriebsspritzung mit „Winteröl“ oder verdünnter Jinmittel-Lösung (für winterkahle Pflanzen 50 – 100 ml auf 1 l Wasser, für Wintergrüne 20 – 30 ml/1 l Wasser).

Jinmittel-Lösung ist auch zur Bekämpfung von Schadpilzen hervorragend geeignet. Bevor wir Jinmittellösung anwenden, müssen wir die Substratoberfläche abdecken und die Pflanzen anfeuchten. Die Lösung muss gut abtrocknen können, dann erzielen wie die beste Wirkung. Das bedeutet auch, dass wir nur bei trockenem Wetter und nicht bei Sonne spritzen.

 

Liebe Bonsaifreunde, 
meine Veröffentlichungen beruhen auf eigenen Erfahrungen und Auswertungen der einschlägigen Fachliteratur. Wenn Diskussionsbedarf besteht oder andere Erfahrungen gemacht wurden, dann schreibt mir doch eine E-Mail: w.porath@ro-online.de

 

Euer
 Werner J. Porath


2. Vorsitz und Schulungsbeauftragter